DER SHIBA INU

Geschichte

Die westliche Welt wurde erst in den letzten Jahrzehnten auf den Shiba aufmerksam.

 

Archäologen gruben in Japan Hunde mit geringelten Ruten aus und konnten sie auf 8000 v. Chr. datieren. Zoologen unterstellen, dass diese kleinen Skelette von den Vorfahren der Shiba Inu stammen. Auf keramischen Objekten aus der Jomon-Zeit (ca. 8000 - 200 v. Chr.) sieht man, dass diese kleinen Hunde für die Jagd auf Rotwild, Wildschweine und Bären verwendet wurden. Die meisten Kenner sind sich einig, dass der Shiba die älteste Form der japanischen Spitzrassen ist und sie am reinsten verkörpert.

 

Shibas unterschieden sich in den verschiedenen Regionen Japans in der Fellfarbe, Haarlänge- und dichte, in Laufknochenstärke und körperlicher Ausprägung.

 

"Shiba" hat im japanischen verschiedene Bedeutungen. Es kann sich auf die rötliche Farbe der trockenen Stängel einer Strauchpflanze bezogen werden, die ebenfalls shiba genannt wird.

Wahrscheinlicher ist, dass "Shiba" einfach "klein" bedeutet, also Shiba Inu einfach "kleiner Hund".

 

In den Jahren um 1850 kamen deutsche Schäferhunde, Pudel und Dachshunde nach Japan, aber auch viele Vorstehhunde, darunter Pointer und Setter, die andere Jagdmethoden mit sich brachten.

Die wohlhabenden Schichten Japans fanden diese "neuen" Hunde , mit ihrem Aussehen und den neuen Jagdmethoden, faszinierend. Die einheimschen Rassen wurden vernachlässigt oder wahllos mit den eingeführten Rassen gekreuzt.

Dr. Hiroyoshi Saito gründete den ersten Club zur Wahrung der japanischen Rassen, die nahezu vom Aussterben bedroht waren. Der Nihon Ken Kozonkai (später Abk. Nippo) bewegte die Regierung Japans dazu, die sechs einheimischen Rassen als Naturdenkmäler oder besser als nationales Kulturgut im Cultural Properties Act um 1930 unter Schutz zu stellen. 1936 entstand die erste umfassende Beschreibung des Shiba Inus.

Auch die FCI erkannte den Shiba kurz darauf an.

Der zweite Weltkrieg war ein harter Schlag für die Hundezucht in Japan, eine Staupe-Epidemie im Jahr 1959 raffte viele weitere Shibas dahin. Der geringe Genpool führte zu gesundheitlichen Schwächen. Die Patella-Luxation und unvollständige Gebisse suchen den Shiba bis heute heim. Die heutigen Shibas können auf weniger als zwölf Vorfahren zurück geführt werden.

 

1985 fand der erste Shiba aus Schweden nach Deutschland. 1987 wurde der erste Wurf mit 4 Welpen in Hamburg eingetragen. 1993 wurde der erste Shiba aus Japan importiert.

Erscheinungsbild

(aus dem FCI-Standard)

 

Wohlproportionierter kleiner Hund, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Die Bewegung ist lebhaft, frei und schön.

Das Verhältnis von Widerristhöhe und Körperlänge ist 10 zu 11.

 

Breite Stirn mit deutlichem Stop und leicht ausgeprägter Furche. Möglichst schwarzer Nasenschwamm, der Nasenrücken ist gerade. Der Fang ist mäßig dick und verjüngt sich allmählich. Die Lefzen sind straff und verbergen ein kräftiges Scherengebiss.

Die Augen sind verhältnismüßig klein, dreieckig und dunkelbraun, der äußere Augenwinkel ist leicht angehoben. Die Ohren sind klein, dreieckig, aufgerichtet und nach vorne geneigt.

Der Hals ist dick und kräftig, gut proportioniert.

 

Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle ist weich und dicht. An der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend. Farben sind rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam und rot-sesam. Alle Farben müssen Urajiro ausweisen. (Weiß seitlich am Fang, den Backen, unter dem Fang, an der Kehle, der Brust, am Bauch, an der Unterseite der Rute und der Innenseite der Gliedmaßen.

 

Größe/Widerristhöhe:

Rüden 40cm (+/- 1,5cm)

Hündinnen 37 cm (+/- 1,5cm)

Charakter

 

Dem Shiba werden katzenhafte Verhaltensweisen nachgesagt. Er putzt sich lange und sorgsam. Auch spielt er anmutig und konzentriert mit seinen Pfoten, wie es Katzen tun und jagt mit großer Anmut kleine Nager und Vögel. Aus dem Stand einen vorbeifliegenden Vogel zu erwischen, ist keine Seltenheit. Sie stellen sich auch gern auf Fensterbretter um alles genau überblicken zu können. Mit Katzen können Shibas nach ausreichend Eingewöhnung zusammen leben.

 

Shibas sind kleine Ausbruchskünstler. Es geht dabei weniger um das Weglaufen. Der Shiba hält Freiheit für sein gutes Hunde-recht. Schließlich muss er doch wissen, was um ihn herum noch so passiert. Sie sind gute Tiefbauarbeiter und graben sich unter Zäunen hindurch oder klettern einfach über sie hinweg.

 

Der Shiba hört nur, wenn es ihm sinnvoll erscheint. Dies ist bei allen Hunderassen genetisch verankert, die selbständig arbeiten mussten. Er hat sehr gute Sinneswahrnehmungen und hört jedes kleinste Geräusch im Haus, dass für IHN interessant erscheint. Futter, Spazierengehen und Spielen werden mühelos wahrgenommen. Bei Komm und Aus sieht das schon anders aus.

Shibas wollen nicht getadelt werden. Manche unterbrechen dann ihr Wegrennen und werfen sich auf den Rücken, wenn man "Böser Hund" hinterherruft. Dann wollen sie aufgesammelt und Heim getragen werden. Sie legen ihre Ohren an und ziehen die Mundwinkel nach hinten, als wöllten sie lachen.

 

Der Shiba ist ein Jagdhund. Er hat einen guten Geruchssinn und weiß genau, wo sich etwas versteckt. Er ist jedoch kein vielseitiger Jagdhund, sondern erledigt seine Spezialaufgabe, für die er ausgebildet wurde, sehr gut. Leichtführig ist er nicht und er wird auch nicht apportieren. Es ist faszinierend mit welcher Entschlossenheit ein Shiba seine Beute aus seinem Bau holt und sie instinktiv tötet. Nicht jeder Besitzer ist davon begeistert, aber der Shiba will gelobt werden, wenn er seine Beute präsentiert.

 

Shibas neigen zu sehr theatralischem Verhalten. Sie freuen sich überschwänglich und drücken dies in den höchsten und ungewöhnlichsten Tönen aus, welzen sich, springen umher, nur um ihre Stimmung dramatisch darzustellen. Sie können schreien wie Affen, kreischen wie Papageien und markerschütternd quietschen. Trotz dieser facettenreichen Stimme sind sie keine lauten Hunde und bellen nur bei einem Anlass. Wenn Fremde kommen bellen sie, aber nicht dauerhaft, das wäre unter ihrem Niveau.

 

Hündinnen sind anschmiegsamer und fürsorglicher und werden meist schneller stubenrein, sind aber nicht leichter zu erziehen. Sie raufen eher einmal als Rüden und geben ihren Stimmungsschwankungen ungehemmt Ausdruck. Hündinnen sind flüchtiger und wechselhafter in ihrer Zuneigung.

Rüden sind eigensinniger, selbständiger und abenteuerlustiger

Beide verteidigen ihr Revier. Fremden gegenüber sind Rüden zurückhaltender, wobei sich hier auch die Hündin ungern einfach von Fremden anfassen lässt.

Quelle: das Buch "Shiba Inu" erschienen im bede-Verlag von Andrew de Prisco